VIA REGIA Kulturstraße des Europarates Begegnungsraum für europäische Kultur(en) - aktuelle Trends und Entwicklungen -
Im Rahmen des VIA REGIA-EUROPA-SYMPOSIUMS 2009 in Königsbrück fanden sich interessierte Tagungsteilnehmer zu einem Workshop ,,Dialoge im Begegnungsraum – Dichter, Denker und Freigeister“ zusammen. Anliegen der Diskussionsrunde war es, geistiges Schaffen sowie Bildungsangebote auf dem Gebiet der Literaturwissenschaften, Heimatkunde und der Sprach-und Geschichtsforschung entlang der VIA REGIA zusammenzutragen. Gemeinsam sollte nach Lösungen gesucht werden, wie anhand dieser Praxisbeispiele der Öffentliche Dialog auf diesem Gebiet zur weiteren kulturellen Entwicklung des VIA REGIA-Begegnungsraumes stärker nachhaltig gefördert werden kann. Einig waren sich die Workshop-Teilnehmer darin, dass es sinnvoll erscheint, eine Sammlung von Literatur, Dokumentationen etc. zur VIA REGIA bzw. zum Wirken und Schaffen von Denkern, Dichtern und Freigeistern an der VIA REGIA einzurichten. Die Kommunen und Gemeinden entlang der VIA REGIA sind aufgerufen, nach Möglichkeiten und Orten für ein solches Projekt zu suchen. Die VIA REGIA birgt in ihrer Historie einen reichhaltigen Schatz an Wissen in sich, den es auszugraben und offen zu legen gilt. Vom Traditionsrezess von 1635, den Herr Kromke von der Gebietsgemeinschaft ,,Dresdner Heidebogen“ benannt hat, über den Ursprung der Schankwirtschaften namens ,,Kretscham“ in der Oberlausitz, wonach Herr Kretschmer vom Zu Hause e.V. Leipzig forscht bis zur Bedeutung des Dichters Norwid in Verbindung mit dem Musikgenie Chopin für die Herausbildung des polnischen Nationalbewusstseins, die in den Ausführungen des Schriftstellers und Herausgebers Peter Gehrisch zum Tragen und Klingen kam, ließ sich ein großer Bogen während der Diskussionsrunde spannen. Der verdienstvolle Bürgermeister a.D. und jetziger Vorsitzender des Fördervereins Architekturmodellbau Königsbrück, Jürgen Loeschke mahnte die unzureichende Geschichtsvermittlung an den Schulen an.
Dem könnte durch außerschulische Geschichtsbildungsseminare Abhilfe geschaffen werden. Herr Loeschke brachte hierbei die Stadt Königsbrück und die Vision des Europa-Parks an diesem Standort ins Gespräch. Dazu müssten dann noch geeignete Seminar- und Herbergsräume geschaffen und vor allem finanziert werden. Zudem hat das Bildungswerk für Kommunalpolitik in Sachsen dem VIA REGIA-Begegnungsraum Landesverband Sachsen e.V. während eines Arbeitstreffens am 14.05. 2009 in Hoyerswerda das Angebot unterbreitet, den VIA REGIA-Landesverband in seinen Bemühungen zur Schaffung von Bildungsangeboten kooperativ zu unterstützen.
So ist im Herbst ein kommunalpolitisches Seminar zur Vorstellung der laufenden Schlüsselprojekte des VIA REGIA Begegnungsraum LV Sachsen e.V. angedacht. Lessing soll nach den Vorstellungen des VIA REGIA BEGEGNUNGSRAUM Landesverbandes Sachsen e.V. als Leitfigur zu Dialogen im Begegnungsraum etabliert werden. Wir sind darum bemüht, diesen Gedanken zusammen mit der Stadt Kamenz weiter nachhaltig zu entwickeln. Als strategische Straße für militärische Bewegungen kommt der VIA REGIA auch in der Militärhistorie eine große Bedeutung zu. Kaiser Napoleon bewegte sein Heer ebenso wie der russische Kaiser Alexander über die VIA REGIA. Truppenübungsplätze wurden entlang der Straße angelegt, Garnisionsstädte bildeten sich heraus und in Königsbrück und in Kamenz wurden beispielsweise Flieger- und Offiziersschulen gegründet. Eine Intensivierung von Bildungsangeboten zur Thematisierung ,,Krieg und Frieden“ wäre durch Anbindung an die ,,Route Napoleon“ möglich und ausbaufähig. Hier macht sich unser VIA REGIA-Partner, der Verein ,,1813 – Völkerschlacht bei Leipzig e.V.“ in Liebertwolkwitz verdient. Die Görlitzer Schriftstellerin Hannelore Lauerwald beschrieb eindringlich in ihrem Vortrag, wie Napoleon und seine Truppen und im Gegenzug die Kosakenverbände unter dem russischen Kaiser Alexander einst ihre Wirkung auf das Leben der Menschen an der VIA REGIA in und um Görlitz erzielten. Nicht nur Kriege hinterließen ihre unauslöschlichen Spuren. Migrationsströmungen, Zu- und Abwanderungen prägen seit Jahrhunderten das Bild der VIA REGIA. Heidelore Kretschmer vom zu Hause e.V. Leipzig, einem Verein zur gesellschaftlichen Integration von Zuwanderern, hat die Berichte von Leipziger Zuwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion zusammengetragen und ein Buch unter dem Titel ,,Jetzt sind wir hier.“ veröffentlicht. Die lesenswerte Broschüre kann über den zu Hause e.V. Leipzig und die Adresse: www.zuhause-ev.de bezogen werden. Ausgehend von solch einer interessanten Veröffentlichung, schlug Herr Kretschmer die Konzipierung einer Publikationsreihe bzw. eines Magazins vor, wo verschiedene Themen zur VIA REGIA literarisch und dokumentarisch erfasst werden. Darin könnten sich dann u.a. auch seine Ausarbeitungen und Forschungsergebnisse zu Freimaurern, zur Postgeschichte, zu Wege-und Sühnekreuzen und zu Gesindetagebüchern an der VIA REGIA wiederfinden. Hier empfiehlt es sich, einmal an die Lausitzer Verlage, wie z.B. den Bautzener Lusatia-Verlag heranzutreten. Sagen und Mythen prägen seit der Antike das kulturelle Bewusstsein Europas. Seit einigen Jahren schon ,,kommt der Geist der Welt“ unter ,,ORFEUSZ- europäischen Begegnungen der Poesie und Kunst“ entlang der VIA REGIA zusammen.
Autor: Jens Leopold -VIA REGIA BEGEGNUNGSRAUM LANDESVERBAND SACHSEN e.V.- |